Was passiert beim Tätowieren?

 

Bei einer Tätowierung, auch kurz Tattoo genannt, wird Tinte oder andere geeignete Farbstoffe in die zweite Schicht der Haut eingebracht. Dazu wird von einem Tätowierer mit Hilfe einer Tätowiermaschine durch eine oder mehrere in Farbe getauchte Nadeln in die sogenannte Lederhaut gestochen und dabei Motive oder Schriften gezeichnet. Wir erklären jeden Schritt auf dem Weg zu Ihrem neuen Tattoo und wie gesund das für Ihre Haut ist.

Für eine Tätowierung wird die Haut mit speziell geschliffenen Nadelspitzen in der obersten Schicht (Epidermis) durchstochen und gleichzeitig Tinte oder hautverträgliche Farbstoffe in die zweite Schicht, die Lederhaut, eingebracht. Der Einstich darf weder nur oberflächlich noch zu tief erfolgen. Dringt die Farbe nur in die Epidermis ein, löst sich das Tattoo im Zuge der Hauterneuerung auf, da die oberste Hautschicht ständig regeneriert wird und das Tattoo würde mit kleinen Hautschuppen einfach abfallen. Wird zu tief gestochen, blutet die Haut und die Farbe wird mit Blut und Lymphe ausgewaschen. Damit das verhindert wird, stellt der Tätowierer die Einstichtiefe an der Tätowiermaschine genau ein, abgestimmt auf den Hauttyp und die zu tätowierende Körperstelle.

Tut Tätowieren weh?

 

Jeder empfindet das Stechen eines Tatoos anders. Meist wird es aber nicht als schmerzhaft, sondern lediglich als unangenehm beschrieben.

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Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Durch die minimale Einstichtiefe und die extrem kurze Verweildauer der Nadel in der Hautoberfläche, wird kein Schmerz ausgelöst, der dem eines Nadelstichs beim Arzt zur Blutuntersuchung gleich kommt. Auch gibt es keine Körperstellen, die besonders empfindsam für die Tätowiernadel sind. Das Gefühl wird eher als dumpfes Kratzen oder Drücken beschrieben. Allerdings gibt es durchaus Stellen, an denen dieses ungewohnte Gefühl stärker beschrieben wird. Ursache ist meist, dass unter der zu tätowierenden Stelle nur wenig Untergewebe wie Fett oder Muskel liegt.

Ein Tätowieren auf der Kopfhaut oder am Hals ist daher für den Einzelnen gegebenfalls die intensivere Erfahrung, als am Oberarm oder an der Schulter, auf denen die Einstiche nur selten als schmerzhaft beschrieben werden. Auch sind weder Männer noch Frauen als sensibler zu beschreiben: Das Schmerzempfinden hängt von der eigenen Person ab und lässt sich durch Konzentration und wohl auch den starken Wunsch nach einem Tattoo dann auch leichter kontrollieren. Fakt ist aber auch, dass die Haut durch die feinen Einstiche gereizt wird und danach empfindlich und rot ist. Eine konsequente Pflege lässt es aber schnell heilen.

Schmerzhaft darf das Tätowieren nicht sein. Bluten sollte der Vorgang auch nicht, sonst wäre die Nadel zu tief eingedrungen. So kann sogar die Haut über den Blutgefäßen tätowiert werden etwa am Handgelenk wie auch die Lippen, Augenbrauen - oder Narben. Dies nutzen Kosmetiker. Tattoos können sogar im Auge gestochen werden, jedoch sollte dies nur zu medizinischen Zwecken erfolgen etwa um eine Iris wiederherzustellen. Das Einbringen von Farbe in den Aufapfel ist für kosmetische Effekte als zu riskant einzustufen.

Wie funktioniert eine Tätowiermaschine?

In Deutschland ist der Gebrauch der elektrischen Tätowiermaschinen die Regel. Hier wird mit Hilfe zweier Spulen ein Magnetfeld erzeugt , das die Tätowiernadel vor- und zurück bewegt. Sie lässt das surrende Geräusch entstehen, das den typischen Klang des Tatoo-Studios ausmacht, so wie Bohrer und Sauger die Geräuschkulisse beim Zahnarzt geben. Eine weitere Variante von Tätowiermaschinen arbeitet mit einem Elektromotor der eine Auf und Abwärtsbewegung erzeugt, ähnlich 

einer Stichsäge. Die Geschwindigkeit und die Frequenz der Nadel ist von der Tätowiermaschine, der Technik undem gewünschten Effekt, beispielsweise Linien oder Schattierungen, abhängig. Sie liegt meist zwischen 800 und 7.500 Bewegungen pro Minute. Die Tinte hält sich durch den Kapillareffekt dennoch an den Nadeln und wird durch die Schnelligkeit der Bewegung ähnlich leicht in die Haut gebracht wie beim Zeichnen mit einem Stift auf Papier. Die Grundtechnik des Tätowierens ist einfach: Die Haut wird mit einer Hand unter Spannung gehalten, die andere Hand führt die Nadel wie einen Stift und zeichnet. Allerdings ist die Haut strukturiert wie eine grobe Leinwand und der Körper selbst keineswegs eben wie ein Blatt. Tätowieren erfordert daher Kunstfertigkeit, Geschick und viel Übung.

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